Desktop Virtualisierung
Virtualisierung von Desktop Systemen
Der „herkömmliche“ PC:
An vielen Büroarbeitsplätzen stehen leistungsfähige PCs, diese verbrauchen viel Energie und erzeugen Lärmbelästigung. Auf jedem dieser PCs befinden sich außerdem teure Softwarelizenzen. Umweltfreundliche Büro-PC haben heute einen Strombedarf von ca. 40 – 60 Watt. Denn die meisten PC jedoch benötigen 100 – 120 Watt und teilweise deutlich mehr. Auch werden selten alle Rechner zeitgleich genutzt. Damit sind neben der Hardware auch unterschiedliche Softwarelizenzen zumindest zeitweise ungenutzt.
Arbeitet ein Mitarbeiter an mehreren Plätzen, z.B. im Büro und im Labor oder Home-Office, so benötigt er meist auch mehrere PC, obwohl u.U. beide die gleiche Hard- und Software- Ausstattung benötigen. Jeder dieser Rechner erzeugt Wartungsaufwand.
Auf PCs werden aus vielfältigen Gründen immer wieder auch unternehmenswichtige Daten lokal abgespeichert, trotz anderslautender Unternehmensrichtlinien. Diese Daten werden meistens nicht in eine Datensicherung einbezogen.
Mitarbeiter, die häufig auch außerhalb des Unternehmens arbeiten, haben auf ihrem Notebook oft sensible Daten gespeichert. Diese Daten könnten bei einem eventuellen Verlust des Notebooks in die falschen Hände geraten.
Der virtuelle PC
In einer virtualisierten PC-Umgebung wird das Betriebssystem mit den zugehörigen Anwendungen weitgehend von der Hardware entkoppelt. Wie ein virtualisierter Server arbeitet auch der virtualisierte Desktop auf virtueller Hardware. In der Regel befindet sich diese auf Servern im Serverraum oder im Rechenzentrum.
So wird es möglich, ein und denselben PC von unterschiedlichen Plätzen, wie Büro, Labor, Home-Office, Tagungsraum, Hotel …, zu nutzen. Der PC wird sozusagen ferngesteuert. Als Fernbedienung kann ein vorhandener PC, ein Notebook oder auch ein äußerst stromsparender Thin-Client (Strombedarf ca. 5 - 20 W) verwendet werden. Als Verbindung für die Datenübertragung genügt das Firmennetzwerk oder das Internet. Da die eigentliche Rechenleistung des virtuellen PC auf den Servern erfolgt, werden ausschließlich Eingabe- und Monitordaten übertragen. Die Nutzdaten verlassen nicht den Server. So erhöht sich die Datensicherheit erheblich, die Möglichkeit von Datendiebstahl wir erheblich eingeschränkt. Da das Endgerät zur reinen Bedieneinheit wird, spielt dessen Leistungsfähigkeit nur noch eine untergeordnete Rolle. Mit dem Backup der Server kann dann auch ein Backup der Desktops erstellt werden. Somit werden auch die auf den Desktops abgelegten Daten gesichert.
Zusätzlich ergibt sich die Möglichkeit der Erstellung von Pools virtueller PCs mit gleichen oder ähnlichen Aufgaben. Bei der Anmeldung eines Nutzers wird diesem ein PC aus einem Pool virtueller Maschinen zur Verfügung gestellt. Bei Abmeldung des Nutzers wird dieser PC wieder freigegeben. Ein PC kann dem Nutzer auch individualisiert zu Verfügung gestellt werden, so dass er immer genau in seiner vertrauten Arbeitsumgebung arbeitet. Durch die Arbeit mit virtuellen PC-Pools wird es möglich, vorhandene Softwarelizenzen effektiver zu nutzen.
Durch die Isolation der virtuellen Maschinen ergibt sich ein Höchstmaß an Laufstabilität. Selbst ein Virus auf einem virtuellen PC kann nicht ohne weiteres auf andere virtuelle Maschinen übertragen werden.
Außerdem wird die Wartung (Softwareupdates, Patches, …) der PCs vereinfacht, da sich alle PC auf den Servern und so im direkten Zugriffsbereich des Administrators befinden. Es reduzieren sich die Wege zu den zu wartenden PC stark und das mögliche Zeitfenster für Systempflege vergrößert sich erheblich. Kein Administrator muss mehr warten, bis ihm der Nutzer Zugang zu seinem Büro mit dem PC gewährt.
Softwaremigrationen, z. B. auf Windows 7 können mit virtuellen Desktop so wesentlich einfacher und kostengünstiger realisiert werden.
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